Das E-Rezept ist da! Doch wie wird es praktisch umgesetzt?

Neugierde

Apotheker streckt Kartenzahlungsgerät, Kunde hält Smartphone davor, auf dem Smartphone ist ein Rezept und ein grüner Haken zu erkennen

Das E-Rezept ist da! Doch wie wird es praktisch umgesetzt?

Am 20.10.2020 ist das Patientendaten-Schutz-Gesetz, abgekürzt PDSG, in Kraft getreten. Mit diesem Gesetz wurde das elektronische Rezept, kurz E-Rezept, bei der Verordnung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln eingeführt. Seit dem 01.12.2021 wird das E-Rezept bundesweit getestet.

Durch die Testphase sollen Praxen, Apotheken, Krankenkassen und Softwareanbieter mehr Erfahrung mit dem E-Rezept sammeln, sodass sie ihr System sicher umstellen können. Es gibt Vertragsärztinnen und – ärzte, die aus technischen Gründen noch nicht in der Lage sind, ein E-Rezept auszustellen. In diesem Fall greifen sie ersatzweise auf das altbekannte Papierrezept zurück. So ist die Arzneimittelversorgung in jedem Fall sichergestellt.

Wie kannst du das E-Rezept einlösen?

Vorab, die Ärztin oder der Arzt füllt das E-Rezept in dem Praxis-IT-System aus und unterschreibt dieses sicher und digital am Computer. Bislang hast du 28 Tage Zeit, um ein E-Rezept einzulösen. Du kannst dieses per Smartphone mit der App „Das E-Rezept“ verwalten. Die E-Rezept-App wurde von der gematik GmbH entwickelt und kann im App Store oder Google Play Store heruntergeladen werden. Mit der E-Rezept-App kannst du das Rezept digital an eine Apotheke deiner Wahl schicken, hierzu zählen auch Online-Apotheken. Damit du die E-Rezept- App nutzen kannst, musst du bei deiner Krankenkasse eine elektronische Gesundheitskarte mit NFC-Funktion, inklusive PINs anfordern. Auch benötigst du ein NFC-fähiges Smartphone. NFC ist die Abkürzung für Near Field Communication. Das ist eine drahtlose Übertragungstechnik, welche Informationen zwischen Geräten und Gegenständen überträgt. Seit Dezember 2019 müssen alle Krankenkassen eine elektronische Gesundheitskarte mit einer kontaktlosen Schnittstelle aushändigen.

Alternativ kannst du dir das Rezept in der Arztpraxis auch wie gewohnt ausgedruckt mitnehmen. Der Zettel ist nicht mehr rosafarben wie früher, aber er enthält alle wichtigen Informationen zur Verordnung und einen Rezeptcode. Aufgrund der digitalen Unterzeichnung ist der Ausdruck auch ohne händische Unterschrift gültig. Das Fachpersonal in der Apotheke scannt den Rezeptcode ab und Sie können dann Ihre Medikamente mitnehmen oder bestellen.

Wusstest du, dass du dich mittlerweile bei einigen Ärztinnen und Ärzten bereits per Videosprechstunde beraten lassen kannst? In diesem Fall erhältst du bei Bedarf auch ein elektronisches Rezept. Wenn du Interesse daran hast, frage ruhig bei deinem Arzt nach, ob eine Videosprechstunde möglich ist.

Wie werden E-Rezepte technisch übermittelt?

E-Rezepte werden über die sichere Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen übermittelt. Diese ist ein sicheres Informations- und Kommunikationsnetz, das Praxen, Krankenhäuser, Apotheken und weitere Leistungserbringer sicher miteinander verbindet. Dadurch können alle an der Versorgung Beteiligten besser und schneller miteinander kommunizieren. WICHTIG: Apotheker müssen sich ausweisen können, damit sie überhaupt das E-Rezept lesen und verarbeiten können. Hierfür müssen sie sich per elektronischen Heilberufsausweis an der Telematikinfrastruktur anmelden. Die Anmeldung mit dem Heilberufsausweis ist sehr sicher.

Was kann alles elektronisch verordnet werden?

Zukünftig sollen nicht nur verschreibungspflichtige Arzneimittel, sondern auch weitere veranlasste Leistungen wie Heilmittel, Hilfsmittel oder häusliche Krankenpflege schrittweise elektronisch verordnet werden.

Welche Vorteile bietet das E-Rezept für DICH?

Es ermöglicht weitere neue digitale Anwendungen wie eine Medikationserinnerung, einen Medikationsplan und einen eingebauten Wechselwirkungscheck. Dadurch ist leicht zu überprüfen, ob alle Arzneimittel untereinander verträglich sind. Das steigert deine Sicherheit!

Es erspart dir Zeit und unnötige Wege. Über die E-Rezept-App können Versicherte einfach das Rezept an ihre Wunschapotheke senden. So erfahren sie, ob diese ein bestimmtes Medikament vorrätig hat und sparen Zeit. Versicherte können Medikamente auch von zuhause vorbestellen und diese dann abholen oder liefern lassen – wann und wie es für sie am besten passt.

Literatur:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/e-rezept.html

https://gesundheit-wird-digital.de/faq/elektronisches-rezept-erezept

Urbanek, M. (2021). Das E-Rezept kommt-die Routine geht. gynäkologie+ geburtshilfe, 26(4), 58-59.

Zimmermann, G. W. (2021). Kein Regress bei Verordnungen von Heilmitteln wegen Long Covid. Mmw Fortschritte Der Medizin, 163(11), 31.