DiGA & DiPA – Was ist das eigentlich?

Neugierde

Hintergrund: ein Büro, Vordergrund: ein Smartphone. Auf dem Display befinden sich zwei Siegel: DiGA und DiPA

DiGA & DiPA – Was ist das eigentlich?

Du nutzt Rehappy schon? Dann nutzt du auch schon eine DiGA – eine sogenannte App auf Rezept!

Eine DiGA ist eine Digitale Gesundheitsanwendung. Wie der Name schon sagt: Eine Anwendung die dich digital über ein Smartphone, Tablet oder einen PC (also ein digitales Gerät) begleitet. DiGAs sind digitale Helfer, die Patienten dabei unterstützen sollen, ihre Erkrankung und den Umgang damit besser zu bewältigen oder auch die Symptome besser zu verstehen. DiGAs sind immer CE-zertifizierte Medizinprodukte, die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf wichtige Eigenschaften überprüft wurden wie z.B. Datenschutz, Benutzerfreundlichkeit und positiver Versorgungsnachweis. Du kannst dir also sicher sein, dass DiGAs in Bezug auf Qualitäts- und Sicherheitsmerkmale überprüft wurden und einen positiven Effekt auf deine Gesundheit haben Wurde eine DiGA einmal vom BfArM ins DiGA-Verzeichnis aufgenommen, kann sie von Ärzt:innen und/oder Therapeut:innen verschrieben werden. Deswegen auch der Name „App auf Rezept“. Alle Kosten werden von allen gesetzlichen Krankenkassen und den meisten privaten Krankenkassen übernommen. Um eine für deine Erkrankung passende DiGA zu bekommen, kannst du dich entweder mit deinem Diagnosenachweis direkt an deine Krankenkasse wenden oder du bittest deine:n Arzt/Ärztin oder Therapeuten/Therapeutin darum, dir ein Rezept für diese DiGA auszustellen. Dieses Rezept kannst du anschließend bei deiner Krankenkasse einreichen, welche dir dann einen Freischaltcode für die App zukommen lässt. Wie du an ein Folgerezept für eine DiGA gelangst, erklären wir dir Schritt für Schritt im „Mein Rehappy“-Webportal.

Und was ist jetzt eine DiPA? Eine DiPA ist eine digitale Pflegeanwendung, die für eine bessere Versorgung von Pflegebedürftigen im Alltag beitragen soll. Eine gesetzliche Grundlage gibt es seit Beginn des Jahres 2022. Einige DiPAs bieten Pflegebedürftigen beispielsweise bedarfsgerechte Übungen an, um ihren Gesundheitszustand zu stabilisieren oder zu verbessern. Sie können entweder als App auf mobilen Endgeräten (z. B. Smartphone, Tablet) oder als browserbasierte Webanwendung am Computer oder Laptop genutzt werden. DiPAs können auch zum Beispiel verschiedenen Pflegenen helfen, sich besser miteinander zu vernetzen – damit können Kommunikationsprobleme untereinander vermieden werden. Ein Beispiel: Du hast zweimal die Woche einen ambulanten Pflegedienst bei dir, der dir bei deiner Medikamenteneinnahme und bei dem Duschen hilft. An beiden Tagen kommen aber unterschiedliche Pfleger:innen und vor lauter Stress vergessen die beiden, dem anderen mitzuteilen, was wann schon erledigt wurde. Deshalb wird dir zwar zweimal mit deinen Tabletten geholfen, aber du erhältst keine Hilfe beim Duschen!

Hier könnte eine DiPA helfen. Alle Beteiligten können Aktuelles und Wissenswertes eintragen: der Pflegedienst zum Beispiel die Hilfe bei dir Körperpflege oder deine aktuellen Blutzuckerwerte, du selbst, wann du deine Medikamente genommen hast und dein Hausarzt deine aktuellen Blutwerte. So hat jeder über alles eine Übersicht und nichts kann vergessen werden!

Noch gibt es keine vom BfArM zugelassenen DiPAs, man rechnet aber mit den ersten Zulassungen im Sommer 2022. Um die Kosten als Pflegebedürftiger erstattet zu bekommen, müssen DiPAs in die digitale Pflegehilfsmittelverzeichnis aufgenommen sein. Wer eine DiPA nutzen will, muss einen Antrag bei der Pflegekasse stellen und du musst bereits einen Pflegegrad haben, damit die Kosten übernommen werden. Die Pflegekasse übernimmt dabei bis zu 50 Euro im Monat für eine digitale Pflegeanwendung. Es gibt sie jedoch nicht – wie DiGAs – auf Rezept.

Literatur:

https://www.pflege.de/hilfsmittel/digitale-pflege-gesundheits-apps/

Mittermaier, M., Sina, C., Richter, J.G. et al. Praktische Anwendung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) in der Inneren Medizin. Internist (2022). https://doi.org/10.1007/s00108-022-01264-5

Lauer, W., Löbker, W. & Höfgen, B. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA): Bewertung der Erstattungsfähigkeit mittels DiGA-Fast-Track-Verfahrens im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Bundesgesundheitsbl 64, 1232–1240 (2021). https://doi.org/10.1007/s00103-021-03409-7

Hemkens, L.G. Nutzenbewertung digitaler Gesundheitsanwendungen – Herausforderungen und Möglichkeiten. Bundesgesundheitsbl 64, 1269–1277 (2021). https://doi.org/10.1007/s00103-021-03413-x