Durch Freude das Gehirn umstrukturieren

Wohlbefinden

Darstellung eines Mannes, der lächelnd eine Hantel hoch hält und einer Frau, die lächelnd einen Kuchen in den Händen hält.

Durch Freude das Gehirn umstrukturieren

Nicht nur durch die Inhalte unserer App, sondern auch durch unsere Magazin-Beiträge möchten wir dir helfen, wieder Freude zu empfinden und Mut zu schöpfen. In schwierigen Situationen mag dir das wie Hohn erscheinen. Natürlich gibt es Momente, in denen du aufmunternde Worte gar nicht hören willst. Doch wir möchten dir gerne erklären, warum wir uns die Mühe machen und trotzdem versuchen, euch Freude zu vermitteln.

Damit sich ein Gehirn neu strukturieren kann und sich Nervenzellen untereinander vernetzen können (Neuroplastizität), braucht es die Ausschüttung von sogenannten Neurotransmittern.  Diese sind neuronale Botenstoffe, die es ermöglichen, dass Nervenzellen miteinander kommunizieren. Dazu gehört beispielsweise Dopamin, welches neben Noradrenalin oder Serotonin als treibende Kraft für Motivation, Konzentration, Bewegung und Koordination agiert. Es sorgt unter anderem für die Weiterleitung der Befehle des Nervensystems an die Muskulatur, steigert die Wahrnehmungsfähigkeit und die Förderung von Stimmung und Glückgefühlen. Ein toller Stoff!

Um die Ausschüttung von Dopamin anzuregen, braucht es eine gesunde Balance an Ernährung, Bewegung, Entspannung, genügend Schlaf und auch – Freude!

Meist sind wir gewohnt, Freude extrinsisch, also durch äußere Bedingungen, zu erfahren. Wir freuen uns zum Beispiel über ein Geschenk, über ein leckeres Essen, über den Besuch eines Freundes. Wir können unser Gehirn aber auch austricksen, um Freude auch von innen anzuregen. Probiere doch einmal folgende Dinge aus:

  • Nimm dir die Zeit und schreibe auf, was dir grundsätzlich Freude bereitet. Allein beim Nachdenken wird dir auffallen, dass du in der Erinnerung an die ein oder andere Situation schmunzeln musst. Dadurch wird Dopamin freigesetzt!
  • Erstelle dir beispielsweise einen Plan über Gegebenheiten, die dir Freude bereiten und verbinde diese mit Handlungen oder Anforderungen, die dir lästig oder mühsam erscheinen. Ein Beispiel wäre, eine Reha-Übung zu Hause zu machen und dabei deine Lieblingsmusik zu hören. Oder auch dein Training zu absolvieren in der Vorfreude auf ein Stück Kuchen, womit du dich dann belohnen kannst. Damit wird schon während der unangenehmen Tätigkeit ein angenehmer Neurotransmitter freigesetzt. So erzielst du Fortschritte und verbindest positive Emotionen mit eher „nervigen“ Dingen.

Ähnlich wie mit der Freude verhält es sich mit der Dankbarkeit. Vielleicht bist du überzeugt, gerade keinen Grund zu haben, dankbar zu sein. Das kann dir keiner verdenken. Das Problem ist nur, dass Areale in deinem Gehirn negative Emotionen aufsagen und besonders gut in deinem Gedächtnis abspeichern. Das macht dein Gehirn aber nur, um dich zu schützen. Schwer ist jedoch, aus diesen negativen Phasen wieder herauszukommen.

Versuche dir in solchen Situationen eins klarzumachen: Nicht du hast Frust, dein Gehirn hat es. Du kannst dich also von dem Frust lösen. Das Gehirn benötigt dafür einen positiven Anreiz. Wenn du magst, kannst du einmal ausprobieren, eine Routine zu entwickeln, die dir helfen kann, Dankbarkeit zu entwickeln:

  • Nimm dir täglich ein paar Minuten Zeit, entweder laut oder schriftlich aufzuführen, wofür du dankbar sein kannst. Zum Beispiel, dass dein:e Partner:in dich unterstützt, dass deine Kinder dich lieben oder du heute richtig gut gekocht hast. Krame positive Ereignisse aus deinem Kopf und führe sie dir vor Augen. Vielleicht fällt dir dies am Anfang schwer. Versuche dann mit einer Sache zu starten. Das Wichtigste ist, eine gewisse Regelmäßigkeit da reinzubringen. Schaffe dir beispielsweise morgens vor dem Aufstehen oder abends vor dem Zubettgehen ein tägliches Ritual.

Dieses Ritual wird dir nach ein paar Tagen leichter fallen. Dadurch verschaffst du deinem Gehirn die Möglichkeit, sich durch die wahrgenommene Freude und die dadurch ausgeschütteten Neurotransmitter neu zu strukturieren. So lernst du jeden Tag ein bisschen mehr dazu. Unser Gehirn ist wirklich faszinierend!

Quellen:

Esch, T. (2017). Der Selbstheilungscode: Die Neurobiologie von Gesundheit und Zufriedenheit. Beltz.