Fahrerlaubnis – Der amtliche Weg

Organisatorisches

Ein Autoschlüssel und ein Führerschein sind auf dem Bild abgebildet.

Fahrerlaubnis – Der amtliche Weg

Für die eigene Selbstständigkeit ist es wichtig, Auto fahren zu können. Nach einem Schlaganfall solltest du deine Fahrtauglichkeit überprüfen lassen. Denn sollte es zu einem Unfall kommen, musst du nachweisen können, dass du Vorsorge getroffen hast, um niemanden zu gefährden. Ohne Überprüfung besteht außerdem die Gefahr, dass deine Versicherung nicht für Schäden aufkommt. Ein Gericht kann deine Fahrt dann als Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis bewerten. Für die Überprüfung der Fahreignung gibt es keinen festgeschriebenen Weg. Hier erklären wir dir den amtlichen Weg.

Fachärztliches Gutachten
Du benötigst ein fachärztliches Gutachten, z.B. das Gutachten eines Neurologen oder einer Neurologin mit verkehrsmedizinischer Qualifikation. Wenn du dich in einer Reha-Maßnahme befindest, ist evtl. schon eine Begutachtung in der Klinik möglich. Adressen von Anlaufstellen erhältst du von deinem behandelnden Arzt bzw. deiner Ärztin, dem Gesundheitsamt, dem TÜV oder der Führerscheinstelle.

Führerscheinstelle
Melde der Führerscheinstelle, dass du einen Schlaganfall erlitten hast und lege dort dein ärztliches Gutachten vor. Das Gutachten darf nicht älter als sechs Monate sein und sollte eine Aussage über deine Fahreignung enthalten. Die Führerscheinstelle kann zusätzlich eine medizinisch-psychologische Untersuchung, eine sogenannte MPU, anordnen. Die MPU kann beim TÜV oder der DEKRA erfolgen. Zusätzlich kann sie einen neuropsychologischen Test zur Überprüfung deiner Reaktionsfähigkeit fordern. Des Weiteren kann eine Fahrverhaltensprobe mit technischem Gutachten erforderlich werden.

Fahrzeugumbau und technisches Gutachten
Prüfe, ob dein Fahrzeug umgerüstet werden muss. Spezielle KFZ-Betriebe bauen Autos auf deine Bedürfnisse um. Eine Liste an Umbaubetrieben findest du auf der Internetseite des ADAC: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/mobil-behinderung/fahrzeug-umbau/.

Nach dem Umbau ist eine Überprüfung durch die DEKRA oder den TÜV, sowie eine Fahrprobe erforderlich. Die Fahrprobe kannst du in einer Fahrschule machen. Es gibt Fahrschulen, die auf Menschen mit Behinderungen spezialisiert sind. In der Regel musst du mit dem umgerüsteten Fahrzeug eine vollständige Fahrprüfung ablegen. Diese wird dann beim TÜV oder der DEKRA abgelegt.

Literatur:

https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/gesundheitsmagazin/2022/ausgabe-1/2022-autofahren-nach-schlaganfall/interview-wege-zurueck-ans-steuer

www.sodermanns-umbau.de