Fahrerlaubnis – Der nicht-amtliche Weg

Organisatorisches

Auf dem Bild ist ein Führerschein und ein Autoschlüssel zu sehen.

Fahrerlaubnis – Der nicht-amtliche Weg

Du kannst auch über einen nicht-amtlichen Weg Vorsorge für deine eigene Fahreignung treffen.

Laut § 2 FeV ist jeder Verkehrsteilnehmer, der einen Schlaganfall erlitten hat, selbst verantwortlich für die eigene Fahreignung vorzusorgen. Es ist nicht vorgeschrieben, sich bei der Fahrerlaubnisbehörde zu melden. Der nicht amtliche Weg dient der „Beweissammlung“. So kannst du in einem Schadensfall die eigene Fahrtauglichkeit und die Erfüllung der Vorsorgepflicht nachweisen. Dieser Weg ist für dich geeignet, wenn aufgrund deiner Einschränkungen keine Fahrzeuganpassung notwendig ist, die in den Fahrzeugschein eingetragen werden muss.

Vorsorge

Besorge dir für die Vorsorge Unterlagen, die deine Fahreignung belegen. Bewahre die Dokumente an einem sicheren Ort auf. Es ist nicht notwendig, sie beim Autofahren mitzuführen. Im Bedarfsfall, z.B. nach einem Verkehrsunfall, kannst du diese nachträglich vorlegen. Folgende Unterlagen benötigst du zum Nachweis der Vorsorgepflicht: Ein ärztliches, ein neuropsychologisches und ggf. ein augenärztliches Gutachten.

Ärztliches Gutachten:

Das ärztliche Gutachten solltest du von einem Neurologen oder einer Neurologin sowie einem Verkehrsmediziner oder einer Verkehrsmedizinerin erstellen lassen. Mit solch einer informellen Abklärung erfüllst du bereits den Nachweis der Vorsorgepflicht. Eine Begutachtung durch Verkehrsmediziner:innen ist manchmal auch während eines Reha-Aufenthaltes möglich.

Neuropsychologisches Gutachten:

Das Erstellen eines neuropsychologischen Gutachtens erfolgt in neurologischen Praxen, in der Neurologie-Abteilung eines Krankenhauses oder bei den Begutachtungsstellen für Fahreignung.

Augenärztliches Gutachten:

Durch ein augenärztliches Gutachten wird dir bescheinigt, dass du eine volle Sehfähigkeit sowie ein intaktes und ausreichendes Gesichtsfeld besitzt. Wenn eines der Gutachten negativ ausfällt, kannst du dieses zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen. Auch im negativen Fall unterliegen Gutachten der ärztlichen Schweigepflicht und werden nicht an Dritte weitergeleitet.

Überprüfen der Medikamente:

Überprüfe, ob die Medikamente, die du einnimmst, das Führen eines Fahrzeuges ausschließen. Diese Informationen findest du auf den Beipackzetteln. Außerdem kannst du dahingehend in einer Apotheke nachfragen.

Sicherheit beim Fahren:

Je nachdem wie sicher du dich fühlst, kannst du ein paar Fahrstunden nehmen oder auch an einem Fahrsicherheitstraining beim ADAC teilnehmen.

Wichtig ist in jedem Fall, dass du deiner Vorsorgepflicht nachkommst. Du solltest in Eigenverantwortung gewissenhaft darüber entscheiden, ob Autofahren für dich weiterhin möglich ist, ohne dabei dich selbst oder deine Mitmenschen im Straßenverkehr zu gefährden. Bei der Entscheidungsfindung helfen sicherlich die fachärztlichen Gutachten.

Literatur:

https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/gesundheitsmagazin/2022/ausgabe-1/2022-autofahren-nach-schlaganfall/interview-wege-zurueck-ans-steuer

www.sodermanns-umbau.de