„So bin ich nun mal“

Macher

Zwei Wanderer auf einem Berg. Sie klatschen sich ab.

„So bin ich nun mal“

„Mindset“ ist ein Begriff aus dem Englischen und beschreibt Denkweisen, Einstellungen, Verhaltensmuster und Überzeugungen, die jeder in sich trägt. Wenn Menschen ein festgefahrenes Mindset haben, so sehen sie Dinge immer auf eine gewisse Art und Weise und zeigen in verschiedensten Situationen sehr ähnliches Verhalten. Meist denken sie in Schubladen. Das hört sich jetzt erstmal negativ an, ist für uns Menschen jedoch oftmals auch sehr effizient. Durch dieses Denken können wir Situationen viel schneller fassen und einsortieren. Wir Menschen suchen immer nach einer Erklärung und unser Mindset hilft uns dabei, Sachverhalte zu verstehen.

Unser Mindset kann uns jedoch auch hindern, voranzukommen. Denn unser Mindset lässt uns an Glaubenssätze festhalten, die vielleicht nicht immer zutreffen. Gerade über uns selbst. Wie oft hast du schon über dich selbst gedacht: „Ich bin eben so“ oder „ich kann das eh nicht“. Das ist eine typische Haltung. Dahinter versteckt sich oftmals die Angst vor dem Versagen oder die Angst vor dem Unbekannten, wo wir nicht mehr auf Erlerntes zurückgreifen können. Wir bewegen uns nämlich aus der Komfortzone heraus!

Nach einem Schlaganfall ist jedoch genau das essenziell, um voranzukommen und Fähigkeiten zu entwickeln und wiederzufinden. Es ist ein Wachstums-Mindset notwendig, weil man sonst nur auf der Stelle stehen bleibt. In einem solchen Wachstums-Mindset verändert der Mensch seine Einstellungen minimal, aber entscheidend. Er versucht beispielsweise Schwierigkeiten als Chance zu betrachten: „Das ist erstmal kein Problem, sondern eine Herausforderung“ oder „Naja, gerade fällt es mir NOCH schwer, aber ich werde daran arbeiten“. Hier findet Entwicklung statt und der Grundstein für Erfolg wird gelegt. Da diese Haltungen in der Regel erlernt sind, lässt sich dies üben.

Es folgen ein paar hilfreiche Tipps für dich, durch die du deine Einstellungen in eine positive Richtung verändern kannst:

  • Mache dir erstmal bewusst, wenn du in ein Jammern abrutschst oder in Ausreden festhängst. Was genau sagst du? Was denkst du? Wie könnte man diese Gedanken optimistisch formulieren?
  • Tausche das Wort “Ich muss” gegen “Ich kann/will/darf“.
  • Gehe einmal am Tag bewusst aus deiner Komfortzone. Tue also etwas, das vielleicht erstmal unbequem und ungewöhnlich ist, aber hilfreich für ein gestecktes Ziel, das du erreichen möchtest.
  • Mache dir regelmäßig einen konkreten Plan, wie du aus deiner Komfortzone herausgehen könntest. So weißt du, was du zu tun hast.
  • Akzeptiere Rückschritte, Durststrecken und ungewohnte Anstrengungen, wenn du neue Dinge lernen möchtest. Sie gehören dazu.

Der Anfang einer Entwicklung ist zumeist etwas zäh. Vor allem für die Ungeduldigen unter uns! Entwicklungen und Lernfortschritte lassen sich mit dem Wachstum einer Pflanze vergleichen. Zuerst geschieht augenscheinlich erst einmal nichts. Doch im Bereich des Nicht-Sichtbaren keimt die Wurzel, um dann, zu einem nicht genau vorhersehbaren Moment, den Weg an die Oberfläche zu finden und mit einem plötzlich sichtbaren ersten Schub zu wachsen.

Das Geheimnis des Erfolges ist es also trotz des Fehlens schneller Ergebnisse nicht zu schnell aufzugeben!  Ein weiteres Geheimnis ist, die Dinge mit Zuversicht und bestenfalls mit Freude anzugehen. Freude fördert Dopamin und Serotonin, welche das Gehirn in eine größere Lernbereitschaft versetzen.

Wie wäre es also, dir zum Ziel zu setzen, eine Woche oder erstmal einen Tag lang, nicht zu hadern? Übernimm Verantwortung für deine persönliche Entwicklung, denn du hast bereits alles in dir, um zu wachsen!

Quellen:

Dweck, C. (2015). Carol Dweck revisits the growth mindset. Education Week, 35(5), 20-24.