Die Gedanken loslassen

Wohlbefinden

Frau, die eine Tasse mit den Händen umschließt.

Die Gedanken loslassen

Kennst du das, dass du morgens beim Duschen bereits darüber nachdenkst, was du heute noch dringend auf die Einkaufsliste setzen möchtest? Dir beim Zähneputzen Gedanken machst, was du bei dem kleinen Streit gestern hättest anderes sagen können? Und beim Spielen mit der Enkelin überlegst, was es heute Abend zu essen geben könnte? Wir leben in einer komplexen Welt und sind darauf konditioniert, immer ein bisschen in der Vergangenheit und immer ein bisschen in der Zukunft zu sein. Hier und jetzt erfährt kaum Aufmerksamkeit.

Diese vollkommene Geistesgegenwart im Hier und Jetzt wird auch Achtsamkeit genannt. Achtsamkeit ist geprägt von bewusstem und wachen Wahrnehmen und Beobachten, jedoch ohne in Bewertungen zu gehen. Das bedeutet, du bewertest nicht, ob es jetzt gerade gut oder schlecht ist, dass du die fällige Steuererklärung noch nicht eingereicht hast, sondern beobachtest lediglich interessiert deine Gedanken. Dieses neutrale „Im Hier und Jetzt sein“ ist ein grundlegender Faktor, um dem Körper die Möglichkeit zu geben, sich in der Tiefe zu erholen und zu entspannen.

Als ersten Schritt, um ein bisschen achtsamer durch den Tag zu gehen, versuche einmal folgendes: Beobachte, wie häufig du Dinge einfach nebenbei erledigst – wie im Autopilot – und mit deinen Gedanken abschweifst. Welche Gedanken kommen dir in den Sinn? Sind es negative Denkschleifen oder konstruktive Gedankenspiele? Strafst du dich gedanklich bei vermeintlichen Misserfolgen des Alltags oder gehst du eher liebevoll mit dir um?

Diese Übung ist als eine Technik des Stressmanagements zu verstehen, denn sie ist ein erster Schritt in Richtung der Erkenntnis, was oder welche Gedanken einen tagtäglich belasten. Das zu erkennen, ist elementar, um sich selbst und seinen Körper besser zu verstehen. Erst dann kannst du beobachten, wo für dich persönlich der Stress beginnt.

Wenn wir uns in Achtsamkeit üben, sind wir unaufgeregter, Sorgen nehmen ab und wir erfahren unsere Zeit viel entspannter. Achtsamkeit setzt uns wieder ans Steuer unseres Lebens und holt uns heraus aus einem Erleben, welches eher auf Mustern und Gewohnheiten beruht. Tatsächlich holt es uns in das tatsächliche Erleben im Augenblick.

Es gibt ein sehr interessantes Buch von Herr Prof. Esch aus dem Bereich der Glücksforschung in dem neben vielen anderen auch das Thema Achtsamkeit behandelt wird. Klingt verrückt, aber Glück und Zufriedenheit wird tatsächlich neurobiologisch erforscht. Da lohnt sich mal ein Blick, oder?

Literatur:

Esch, T. (2017). Der Selbstheilungscode: Die Neurobiologie von Gesundheit und Zufriedenheit. Beltz.